Mittwoch, 25. Januar 2017

Aus Träumen werden Pläne, aus Plänen Realität

Schon als Kind wollte ich mein eigenes Puppentheater haben - so ein richtiges mit viel Platz und Licht und Kulissen. O.k. - so weit so gut, aber heutzutage sollte es bitteschön auch noch transportabel sowie relativ leicht auf- und abzubauen sein und im abgebauten Zustand nicht allzu viel Platz wegnehmen. Die ersten technischen Zeichnungen wurden erstellt, bearbeitet und verworfen, neue gemacht, Materialien gekauft, gebaut, umgeplant und angepaßt. Frei nach dem Motto "Dem Ingenieur ist nichts zu schwör!" nahm mein Mann zusammen mit mir die Herausforderung an und herausgekommen ist das:

Bereits in der Endphase des Baus wurde das Puppentheater bezogen. Fledderick macht einen ganz zufriedenen Eindruck wie ich finde.
Mit ihrer 2 Meter breiten Spielfläche bietet die Bühne zeitgleich Platz für einige Kinder oder Erwachsene. Das Spielbrett ist höhenverstellbar und läßt sich so an die Körpergröße der Puppenspieler oder besondere Gegebenheiten des Aufführungsortes oder des gespielten Stückes anpassen. Die vier einzeln oder auch gemeinsam zu schaltenden Spotstrahler bieten einige Möglichkeiten Beleuchtungseffekte einzubringen und in mehreren Reihen aufzuhängende Kulissen können der Bühne Tiefe verleihen. In Einzelteile zerlegt paßt sie in einen größeren Kombi und ist in ungefähr 10 Minuten aufzustellen und auch wieder auseinanderzunehmen. Eine erste Bewährungsprobe hat die Bühne gut hinter sich gebracht und wir feilen weiter an ihr.

Dienstag, 24. Januar 2017

Macht Euch auf die Socken Socken!

Das zweite Projekt unserer Grundschul-AG waren die guten alten Sockenpuppen. Hierfür habe ich aufgrund des fellähnlichen Charakters Kuschelsocken in vielen verschiedenen Farben besorgt - die, die nicht auserwählt und zum Leben erweckt wurden, weilen heute noch an verschiedensten Familienfüßen und warten auf ihre Chance. Die meisten, die den Sprung in ihre neue Daseinsform geschafft haben, könnt Ihr hier sehen:

 
Tatsächlich glaube ich mittlerweile, dass wir hiermit auch den Grund für das scheinbare Verschwinden vieler Socken und Strümpfe bzw. das einzelne Verbleiben ihrer Partner gefunden haben. Es handelt sich bei Socken und Strümpfen nämlich um nichts weiter als das Larvenstadium der Sockenpuppen - ähnlich wie bei Raupe und Schmetterling. Wenn der Zeitpunkt der Metamorphose gekommen ist, vermutlich ausgelöst durch einen Aufenthalt in der Waschmaschine, machen sich die frischgebackenen Sockenpuppen mit dem Abwasser aus dem Staub und leben ein geheimes Leben im Untergrund oder in weit entfernten Ländern tief im Süden. Diese Theorie wird untermauert durch Funde im Zusammenhang mit mißglückten Fluchtversuchen, die tragischerweise sowohl Socke als auch Waschmaschinenpumpe das Leben kosteten. In unserem Kurs nun haben wir es aber geschafft, die Metamorphose risikolos umzusetzen und die entstandenen Sockenpuppen zum Bleiben zu überreden. Möglicherweise ergeben sich so auch ganz neue Perspektiven für die private Sockenhaltung und -nachzucht. Unsere noch sehr jungen Exemplare hier wollten aber vor allem eins: spielen! Und das durften sie auch. Im Rahmen unserer Adventsaufführung zeigten sie allerdings auch viel Disziplin und stellten in kürzester Zeit das etwa viertelstündige selbst verfasste Stück "Weihnachten für Anfänger" mit großem Erfolg auf die Beine.

Montag, 23. Januar 2017

Raupen raupen...

Seit Oktober letzten Jahres leite ich eine AG an der hiesigen Grundschule zum Thema Puppenbau und Figurentheater. Daran nehmen 19 Kinder der dritten und vierten Klasse teil, eine gute Mischung aus 9 Jungs und 10 Mädchen. Seit Beginn haben wir drei Puppenbauprojekte sowie ein Figurentheaterstück umgesetzt und bauen jetzt an unserem vierten und größten Projekt, einer Klappmaulpuppe, was uns sicher noch bis zu den Osterferien beschäftigen wird. Es macht riesigen Spaß, den Kindern Raum für ihre kreativen Ideen zu geben und weitestgehend auch möglich zu machen, diese Ideen dann umzusetzen. Die Kinder begeistern mich immer wieder mit ihrem Engagement und ihrer Phantasie, die oft noch so herrlich ungebremst ist.

Unser erstes Projekt war eine Stabpuppe in Form einer Raupe. Um vor dem geistigen Auge der Kinder eine möglichst individuelle Puppe mit viel Persönlichkeit entstehen zu lassen, war es zunächst Aufgabe, einen Steckbrief zu ihrer Raupe zu schreiben und einen Entwurf zu zeichnen.

Einige Beispiele aus der Stabraupenkolonie (sie wurden nach Beendigung des Projektes selbstverständlich in die Freiheit entlassen und tummeln sich nun vermutlich in diversen Gärten, so zum Beispiel in dem vom zehnten Meer).


Um die unwahrscheinlich große Menge an Möglichkeiten beim Thema Raupe deutlich zu machen, habe ich den Kindern Bilder von echten Raupen gezeigt. Ich kann nur jedem empfehlen, sich da im Netz umzuschauen. DEN Designer möchte ich mal treffen, der all diese irren Modelle zu verantworten hat - man kann sich kaum mehr einfallen lassen, als da schon verwirklicht wurde. Die Bewegungen der Raupen, die später für das Spiel mit der Puppe wichtig werden würden, haben wir uns dann anhand zweier kurzer Videos angesehen und besprochen. Zusätzlich hatte ich einige fertiggestellte Stabraupen dabei, um den Kindern auch eine Vorstellung vom fertigen Projekt zu geben. Nach dem Erstellen von Steckbrief und Entwurf ging es an die Arbeit mit dem Schaumstoff, der vom Quader in eine Raupenform gebracht, also mit der Schere "geschnitzt" werden sollte. Mir war es dabei wichtig, dass die Kinder das Material kennenlernen, da es in Teilen des Puppenbaus eine wichtige Rolle spielt. Gleichzeitig wollte ich die Kinder mit ihren motorischen Fähigkeiten einschätzen lernen. Dann wurde der Schaumstoff mit Filzstiften den Entwürfen entsprechend bemalt, mit verschiedenfarbigen Borsten von Handfegern oder Kunstfellabschnitten beklebt und Glasaugen oder Perlen als Augen angebracht. Zuletzt befestigten wir aus schwarzen Drahtkleiderbügeln geformte Führungsstäbe im vorderen und hinteren Ende der Puppe und probierten ihre Beweglichkeit aus. Im Sitzkreis durfte dann jeder seine Raupe mit ihrer Geschichte vorstellen, was teilweise sehr ausführlich und in jedem Fall unterhaltsam genutzt wurde - eigentlich sollte man direkt ein kleines Raupengeschichtenbuch herausbringen, so viele tolle Einfälle wurden dort von den Kindern zusammengetragen. Das ganze Projekt dauerte zwei Doppelstunden. Die Möglichkeit zu Hause kleine Videos mit den Raupen zu drehen und sie im Unterricht vorzustellen wurde leider kaum angenommen (ein Beispiel ist unten zu sehen), aber sie bekamen einen kleinen Auftritt in unserem Weihnachtsstück.