Donnerstag, 12. Dezember 2013

Woomahoos - die Meister der Wollmäuse

Genug getan für heute - Füße hoch!
Es ist kalt geworden. Ist in Ordnung - wir haben ja schließlich auch Dezember - aber bevor ich so richtig darauf reagiert und meine Garderobe angepaßt hatte, war ich auch schon erkältet. Mist. Naja - ein paar Tage auf dem Sofa sind auch ganz nett, denn ansonsten habe ich momentan nur sehr selten Zeit, in Ruhe zu zeichnen oder neue Stickdateien zu entwerfen. So konnten meine an der Schnupfennase Schuld tragenden kalten Füße mich dann inspirieren und diese hier entstehen lassen: die Woomahoos - sehr frei nach dem denglischen "Woolmousehunter" - dem Wollmausjäger. Wollmäuse? Na, ihr wißt schon - diese seltsamen Tierchen die sich bei nicht ganz so fanatischen Staubsaugerschwingern mit Vorliebe hinter Schränken oder unter Sofas zusammenrotten, um in unbeobachteten Momenten still und leise hervorzukommen und einzelne Socken zu mopsen. Ich vermute ja, sie benutzen diese als Schlafsäcke. Da uns mittlerweile nun diverse dieser Einzelsocken fehlen, kamen mir diese doppelt nützlichen Biester gerade recht, die mir die Füße wärmen solange ich das möchte und dann ihrer Leidenschaft nachgehen können, sobald ich sie freigegeben habe.


So sah er gestern noch aus - eine einsame Stickdatei... Guckt ein wenig unglücklich, oder? Naja, das kriegen wir wieder hin. Vermutlich werden noch so einige Varianten seiner Art hier auftauchen
Es ist immer wieder spannend, wenn eine Datei zum ersten Mal zum Leben erwacht - ob auch alles wie geplant funktioniert??? :-)
Sieht doch schon ganz gut aus :-) wenn auch etwas plattgedrückt so unter der Stickfolie. Ein paar kleine Nachbesserungen an der Datei gab es dann schon noch, aber insgesamt hat das erfreulicherweise gleich prima geklappt.
Das Schnittmuster habe ich nach diesem Vorbild hier abgewandelt http://sew-ing.com/make/slippers.html. Da mein Drucker leider unangemeldet in die Ferien gegangen ist, mußte ich selbst freihand ausprobieren - mein Schnitt ist insgesamt etwas breiter als der angegebene, denke ich, der Innenschuh aber einen Hauch schmaler als der Außenschuh gearbeitet, alle Nähte doppelt genäht, versäubert und zum Abschluß habe ich am "Einschlüpfrand" noch einmal rundherum füßchenbreit abgesteppt, damit der Innenschuh auch wirklich bleibt, wo er soll. Von http://www.stoffe.de/index.htm habe ich den Lederimitat/Fell-Stoff, der sich hier sehr gut als Innenstoff eignet, da er schön dick und weich ist, aber auch eine gewisse Festigkeit hat und sich so hoffentlich nicht so schnell zerläuft. Den äußeren Plüschstoff habe ich hier gekauft http://www.stoffecke-vogt.de/ (da gibt es ab dem 14.12.`13 für eine Woche 20% - oh weh, ich liebe diesen Laden, aber eigentlich habe ich gerade wirklich genug - knirrrrsch - ich bin sicher, einige von Euch kennen das Gefühl...) Damit die Sohle länger hält und nicht so rutschig ist, habe ich dickflüssiges Latex untergepinselt - meins kam von http://www.latex-24.de/ und ließ sich sehr angenehm verarbeiten.

Noch eine satte Schicht dickflüssiges Latex auftragen und gut trocknen lassen (ich lasse es über Nacht liegen). 
Anprobe - paßt - fertig!
Hey! Jetzt habe ich es endlich auch mal geschafft, etwas für MICH genäht, einen Donnerstagspost verfaßt und mich so für RUMS qualifiziert! Jawohl :-) Falls Ihr RUMS tatsächlich noch nicht kennen solltet, da findet Ihr es: http://rundumsweib.blogspot.de/ - eine prima Sache, um auch die eigene Seele mal zu pflegen. So. Und nun kann die Jagd bald losgehen, denn ich gehe jetzt ins Bett und dann sind sie frei, meine Woomahoos :-)





Sonntag, 6. Oktober 2013

Lust auf Buttons?

Ich bin infiziert. Eindeutig ein Fall von Buttonfieber. Seit ich dieses Tutorial (http://regenbogenbuntes.blogspot.de/2013/09/tutorial-buttons-ohne-buttonmaschine.html) im Blog von Regenbogenbuntes erspäht habe, ist es völlig um mich geschehen und ich bin buchstäblich ununterbrochen am "Buttonieren". Habt Ihr auch Lust? Dann habe ich hier ein paar Ideen und Designbeispiele für Euch:

Drei Tage lang gab es hier in jeder freien Minute nur Buttons, Buttons, Buttons :-)
Ich mochte Buttons schon immer - diese kleinen Statementträger oder fantasievollen Farbtupfer, diese übertragbaren Aufhübscher von allem Möglichen, diese minimalistischen Stilverleiher und bunt-frei-fröhlichen Zwergindividualisten - da konnte ich der Möglichkeit, diese recht günstig aus Stoff selber herzustellen nicht widerstehen. Als die drei Minuten des Haderns mit meinem Gelbeutel also überstanden, die überziehbaren Knöpfe bei Snaply (http://www.snaply.de/), die Broschennadeln beim Drumherum-Shop (http://www.drumherum-shop.de/) geordert und der Postbote um meine Beute erleichtert waren, ging es sofort los.

Erste Erfolge bei der Motivsuche in der Restekiste. Sogar kleinste Stofffetzen können für Buttons noch genug hermachen.
Das Tutorial ist prima - vielen lieben Dank an Nette von Regenbogenbuntes - als Ergänzung vielleicht noch: Falls Euch die Buttons auch locken, legt Euch ein Taschentuch bereit. Nicht, weil Ihr damit rechnen müßt, Eure Freudentränen beim Anblick der wunderbaren selbstgemachten Buttons zu trocknen ;-), sondern weil der Hasulithklebstoff höchst ehrgeizig ist und am liebsten noch Sachen verkleben möchte, wenn Ihr schon damit fertig seid. Solche "Schnodderklebetuben" bekommt man spätestens beim vierten oder fünften Gebrauch dann nur noch unter Gewalteinwirkung auf und das macht ja keinen Spaß. Außerdem hatte ich das mit der Zange und der Knopföse falsch verstanden - für den Fall, daß das noch jemandem so geht: Diese kleine Metallschlaufe auf der Rückseite der Knöpfe wird mit der Zange nicht abgeknipst, sondern aus ihrer Verankerung herausgezogen. Bis ich das kapiert hatte, habe ich mich doch sehr über Nettes Kräfte gewundert oder eben über die Abwesenheit meiner :-)
Man kann diese Öse allerdings auch dort belassen, wo sie ist und sie nutzen - so kann ein Button dann noch ein bißchen mehr, als nur rund.

Meine Töchter haben bereits Bedarf angemeldet :-)
Mein kleiner Sohn auch.
Auch kann man bestickten Stoff ganz prima für die Herstellung der Buttons nutzen.

Bei diesen leuchten die Farben besonders schön, da Stickgarn einfach eine andere Brillanz hat als Baumwollfaden.
Mit ein paar Knöpfen gibt es sozusagen Buttobuttons. Diese hier sind dünn und ließen sich gut verarbeiten - ich denke, dickere Knöpfe könnten Schwierigkeiten geben beim Benutzen des mitgelieferten Werkzeugs. Versuch macht kluch oder so...

Diese dünnen Pappknöpfchen gibt es hier: http://rayher-hobby-shop.de/#q%3DKn%25C3%25B6pfe
Sie sind sehr dekorativ, aber trotz der Lackierung nicht für das Aushalten größerer Feuchtigkeitsmengen gemacht.
Auch die Jungsfraktion soll hier dieses Mal nicht zu kurz kommen - wenigstens Piraten und Fußballfans sind mit abgedeckt :-)

Turnschuhknöpfe von http://www.jajasio.de/ und schwarze Holzperlen als Kanonenkugeln
Blumen sind dankbare Motive, da selbst auch rund - da ist die Mitte leicht zu finden und das Ganze gut zu platzieren.

Mit und ohne Holzperlen - ich verteile auch gerne mehrere Buttons auf mir - das kann ein ganzes Outfit "zusammenführen"
Für Insektophile und Eulenfreunde finden sich leicht Motive - mir ist nie aufgefallen, wie viele Käferstoffe es gibt. Eigentlich erstaunlich - soooo niedlich sind die natürlichen Kollegen dieser Comicfreunde für die breite Masse ja nun eher nicht immer.

Spinne mit Tautropfen-Spinnfaden - bereits auf Beutefang???
Der "What a hoot"-Stoff von Michael Miller für Exclusively Quilters ist für mich einer der besten Eulenstoffe überhaupt.
Mir gefällt die Idee, z.B. meiner Tasche oder meinem Blazer Augen zu verleihen. Alles Mögliche erhält so einen kleinen Hauch von Leben. Diese runden Glubscher hier sind aus der Gorgystickdatei und werden sicher nicht alleine bleiben.

Guckuck?!
Ein sehr klassisches Buttonmotiv, aber es hat ja auch nach wie vor Gültigkeit als Menschheitswunsch. Also: Peace!!!

Wieder Michael Miller - ja, ich mag seine Stoffe - dieses Mal ein laminierter Stoff. Dadurch wirken die Buttons noch buttoniger, allerdings ist die Verarbeitung ein kleines bißchen schwieriger, da der Stoff in dem Buttonwerkzeug ein wenig "festklebt". Die Motivplatzierung wird dadurch etwas komplizierter - aber längst nicht unmöglich :-)
Von den Buttons ausgehend drängen sich dann weitere Ideen auf, wie z.B. Ringe mit aufgeklebten entösen Knöpfen.

Der Praxistest wird zeigen, ob das Tragegefühl gut ist und der Klebstoff den Knopf auch bei Belastung in Position hält. Ich bin gespannt.
 Auch Haarspangen lassen sich mit diesen oder anderen Knöpfen verzieren...

Die kleinsten Knöpfchen sind schon etwas schwieriger zu bespannen - aber wer kein Problem damit hat, kleine Dinge zurechtzufummeln, wird durch das Ergebnis belohnt.
Hier ist kein beziehbarer Knopf, nur noch die Rayherknöpfe mit Häkelgarn im Spiel.
Genug Bilder - wen es jetzt noch nicht in den Fingern juckt, der ist vermutlich immun :-) Ich muß mein Buttonfieber jetzt dringend weiter auskurieren und da hilft nichts besser als Buttons,Buttons, Buttons :-)

Donnerstag, 26. September 2013

Es war einmal... oder wie es mit den Gorgies weiterging

Tag und Nacht sind sie bei mir, um mich herum und flüstern Ideen in meinen Kopf. Manchmal bin ich froh, daß nicht nur ich für diesen nächtlichen Einsatz bezahlen muß... 
Nein, sie haben mich noch nicht losgelassen. Im Gegenteil - sie sind überall und verlangen Aufmerksamkeit. An Tagen wie heute entstehen Biester wie er da oben nach Momenten wie dem gerade erlebten, in dem ich mir einen Tee und der Katze Futter machen wollte. Ja, parallel. Ein Fehler wie ich jetzt weiß, wenn das Hirn nicht wenigstens eine Mindestmenge an Schlaf und Ruhe erfahren durfte. Nun ja, inzwischen habe ich das Katzenfutter aus der Tasse gewaschen, die sprachlose Katze mit frischem Futter zufriedengestellt und mir einen neuen Tee gezaubert - alles brav nacheinander - und nun kann ich mich ihnen endlich wieder widmen. Sie vermehren sich weiterhin fröhlich, erlernen beinahe täglich neue Gesichtsausdrücke, bekommen Haare - zumeist auf dem Kopf,

Sie trägt Brille. Hinten drin ;-)
mutieren gar zu eigenen Unterarten und verlassen zunehmend auch das Haus in Form individueller Sonderanfertigungen z.B. zum Schutze von Handys oder Readern, als USB-Stick-Verteidiger, Kinderbefreunderbrustbeutel, Brillen- oder Schlüsseletuis - die Gorgies. Angefangen als Spontanidee für die Kindergeburtstagsparty meiner Tochter haben sie mittlerweile einen festen Platz in der Familie und auch schon Geschichte(n) geschrieben. Ich zeige Euch in den nächsten Tagen einen Teil dessen, was sich da in letzter Zeit alles getan hat:

Diese beiden Herren z.B. wohnen mittlerweile in Berlin:
























Wie Dr. Jekyll and Mr. Hyde sind die beiden zwei Seiten derselben Medaille - der kultiviert überlegene, dezent arrogante Dr. Jekyll, seines Zeichens Hemd- und Krawattenträger, ist in jeder Sakkotasche zu Hause, beteiligt sich problemlos spontan an Geschäftsgesprächen und ist dabei absolut in der Lage, diese durch sein breitgefächertes Wissen zu bereichern, während im Untergrund Mr. Hyde ungeduldig darauf wartet, daß das Sakko seinen Haken findet und der ledernen Rockerkutte weicht. Kampferprobt und furchtlos begleitet er seinen Besitzer dann als Handywächter in jede noch so dunkle Gasse oder zwielichtige Taverne. Es gab meines Wissens nach seitdem keine Übergriffe mehr auf das so wertgeschätzte IPhone.

Zugegeben - die Verständigung zwischen den beiden verläuft nicht immer ohne Probleme, aber auch hier gilt: Ein Gewitter von Zeit zu Zeit kann die Luft gründlich reinigen :-)  und soweit ich weiß, sind beide unverletzt aus diesem Gefecht hervorgegangen.
"Komm her, wenn Du Dich traust!"

Auch das folgende Modell hat es besonders gut erwischt. Der erste der Katzengorgies vereint die allgemein gefräßige Note der Gorgys mit dem Hauch des Geheimnisvollen... der aber schnell verfliegt, wenn der Gorgy in seinem Element is(s)t - man lasse nur die Fotos weiter unten auf sich wirken.

"Miiiiiaauuuuuuu..."
Er hatte das Glück, in einem äußerst verständnisvollen Haushalt zu landen, wird hervorragend gepflegt und hat sich so auch bereits perfekt eingelebt. Über etwaige kleinere Macken wird hier freundlicherweise hinweg gesehen. Mir drängt sich der Verdacht auf, daß diese Macken sogar gemocht werden ;-)

Pizzzzzzzaaaaaaaaaaaaaa!!!!! Abwarten ist nicht gerade seine Stärke, aber für solch einen Leckerbissen überwindet sogar ein Gorgy seine Natur.
Daß ein Gorgy sein Essen teilt, ist höchst ungewöhnlich und zeugt von großer Liebe zu seinen Besitzern. Vielleicht kamen die beiden anderen aber auch zu spät? Das Geräusch jedenfalls, was sich hier aus dem Foto aufzudrängen scheint, entzieht sich meiner Verantwortung.
Hier scheint sich eine Romanze anzubahnen - vielleicht erreichen mich bald die ersten Bilder von Eulengorgies? Man darf gespannt sein!
Konkurrenten werden hemmungslos aus dem Weg geschafft - da hat der sanfte Teddybär hier leider keine Chance. Man beachte das Bauchnabelpiercing - ein weiteres Novum im Reich der Gorgies. 
Zu ein paar Freunden hat es dieser Gorgy aber offensichtlich auch schon gebracht - obwohl er mir nicht völlig vertrauenswürdig erscheint zwischen den anderen sehr freundlichen Gestalten. Oh! Ist da ein entfernter Verwandter dabei?
Gut - nun wollen wir ihn schlafen lassen. So ein Gorgytag ist anstrengend und auch morgen gibt es noch jede Menge zu vertilgen - und zu berichten! Von all den anderen bunten Varianten, die sich hier entwickelt haben... :-)
Ich danke den fotografierenden Gorgybesitzern für das Zur-Verfügung-Stellen der Bilder. Ich habe mich sehr gefreut, daß meine kleinen Freunde so gut angekommen sind.

Eine Anmerkung zum Schluß: Eigentlich sollten die Gorgies längst gezähmt und in Form von Stickdateien verpackt sein, aber momentan ist ihre Vielfalt so unüberschaubar, daß ich erst einmal etwas Licht in das Chaos tragen und Ordnung schaffen muß, bevor ich saubere und sinnvolle Paketchen packen kann, die ich dann durch den Dschungel des Geschäftlich-Rechtlichen zu all denen trage, die es selber mit den kleinen Biestern aufnehmen wollen. O sendet mir ein wenig freie Zeit! Danke ;-)
Bis dahin bastele ich weiter - zwischenzeitlich leicht verwirrt bis enterdet - daran, all die vielen bunten Einflüsterungen umzusetzen, die sich mir präsentieren.

Dienstag, 24. September 2013

Tutorial, Teil 2: Auch Herrenhemden können Rock to go

Hier habe ich noch einen Nachtrag zum gestrigen Rock to go Post für Euch. Wie Ihr ja vielleicht wißt, re- oder upcycle ich gerne abgelegte Kleidung. Auch so ein schnelles Röckchen eignet sich bestens um aus solcher hergestellt zu werden. Daher habe ich meinen Alte-Hemden-Vorrat hervorgekramt und folgendes daraus zusammengebaut:

Glücklicherweise hebe ich seit Jahren die alten Hemden hier im Hause auf - noch sind ein paar da :-)
Und hier noch ein paar Bilder und Sätze zur Vorgehensweise: Für diese Variante braucht Ihr drei Herrenhemden von ähnlichem Schnitt, die Euch zusammen gut gefallen. Der untere Abschluß und die Breite der Hemden sollten sich nicht zu stark unterscheiden, kleine Unterschiede können allerdings ausgeglichen werden.

Die untere Rundung ist ähnlich, die Breite unterscheidet sich etwas - je gleicher die Hemden von der Breite her sind, desto leichter kann man sie aneinander anpassen.
 Nun entscheidet, welches Hemd das unterste, das mittlere und das obere sein soll. Die unterste Lage sollte Eure gewünschte Gesamtlänge - bei mir sind das wieder die 35cm von gestern - weniger 4cm haben, bei mir also 28cm. Die fehlenden 4cm erhalten wir später durch den oberen Abschluß. Die zweite Lage habe ich 7cm kürzer gewählt, also 21cm. Die oberste Lage soll am Ende den gleichen Abstand zur mittleren Lage haben wie diese zur untersten, bildet aber auch den oberen Abschluß. Für diesen Abschluß rechne ich 11cm - also 21cm (mittlere Lage) minus 7cm Abstand, aber plus 11cm Abschluß = 25cm Länge für die oberste Lage.

So werden die Hemden kleingeschnitten :-)
 Nach dem Abschneiden der Hemden in der errechneten Länge, verwende ich Baumwollspitze, um die Abschlüsse zu verzieren. Auch fällt der leichte Hemdenstoff so etwas zuverlässiger nach unten.

Die drei Hemdenteile und die 3cm breite Baumwollspitze von Familie Jörg Spitzner.
 Ich stecke die Spitze auf der linken Hemdseite so fest, daß ich sie von rechts in der bereits vorhandenen Saumnaht der Hemden annähen kann. Die Anfänge und Enden schlage ich ein kleines Stück nach innen um und sichere sie mit ein paar unauffälligen weißen Zickzackstichen.


Wer nicht feststecken mag - was ich gut verstehen kann - kann die Spitze z.B. auch mit dem doppelseitigen Klebeband Stylefix von Farbenmix festkleben.

Stylefix in Aktion
Hier wird die Spitze von der rechten Hemdseite aus in der  Hemdensaumnaht festgenäht.
 Ich habe die beiden oberen Lagen mit Spitze versehen. Als nächstes schnappe ich mir die beiden unteren Lagen und markiere die vordere und die rückwärtige Mitte beider Teile (Seitennähte aufeinanderlegen).


Ich stecke diese beiden Lagen in der gewünschten Reihenfolge aufeinander und verbinde beide Teile an beiden Seitennähten und jeweils an der vorderen und hinteren Mitte. Die offenen Schnittkanten sollten dabei aufeinander liegen.


Im Idealfall sind die Hemden gleich breit und Ihr könnt nun einfach rundherum beide Teile aneinander stecken, aber meist paßt das nicht so ganz und dann müßt Ihr den überschüssigen Hemdenanteil gleichmäßig zwischen Euren Fixpunkten verteilen. Oft reicht es, den einen Stoff etwas zu dehnen, wenn es sich aber um sehr unterschiedliche Hemden handelt, müßt Ihr eventuell kleine Falten einbauen. Das macht alles nichts, denn durch das Aufrüschen am Ende, ist das dann nicht mehr sichtbar.


Wenn alles gut verteilt und festgesteckt ist,verbindet Ihr beide Lagen an der Schnittkante mit einem breiten Zickzackstich. Sie werden im Folgenden gemeinsam verarbeitet und das ist so einfach leichter.


So, nun müssen die beiden unteren Lagen einen Moment warten, denn nun widmen wir uns der obersten.


Auch hier nutze ich wieder den doppelt umgebügelten Abschluß - also zunächst bügele ich etwa 1cm an der Schnittkante des Hemdes nach innen.


Im zweiten Schritt dann folgt eine zweite Bügelkante im Abstand von 5cm zur ersten - das wird am Ende die Oberkante unseres Röckchens. Dabei wird der Stoff wieder nach innen gefaltet.


Im nächsten Schritt lege ich die oberste Lage an ihren Platz auf den anderen Lagen und stecke den umgebügelten ersten Zentimeter an die verbundenen unteren Lagen. Dabei erfasse ich nur diesen doppelt liegenden Bereich des ersten Zentimeters und die unteren Lagen, nicht die oberste Lage ein zweites Mal.


Ich klappe danach die Lagen wieder auseinander, so daß ich den doppelten Zentimeter an die unteren Lagen nähen kann. Auf dem Bild liegen die beiden unteren Rocklagen rechts, die oberste links. Der Vorteil dieser Methode - die nur kompliziert klingt, die aber eigentlich ganz einfach ist, wenn ich das nur besser erklären könnte :-) - ist, daß der Rock auch von innen sauber verarbeitet ist und so, abgesehen von der professionelleren Optik, nicht kratzen sollte.


Klappt die oberste Rocklage nun wieder an ihren Bestimmungsort. Jetzt sollte Eure zweite Bügelkante den oberen Abschluß bilden.

So sehen meine miteinander verbundenen Lagen nach diesem Schritt aus.
Als nächstes nähe ich von rechts, bis auf eine kleine Lücke für das Gummi, rundherum mit Geradstich und zwar etwa im Abstand von 5cm - entscheidend ist, daß Ihr die beiden unteren Rocklagen dabei innerhalb des eingeklappten Zentimeters mit erfaßt. Wenn Eure oberste Hemdenlage nicht ausgerechnet die breiteste ist - wie bei mir - dann liegt jetzt alles schön glatt aufeinander und das Ganze geht problemlos. Paßt nur auf, daß sich der Bereich der Knopfleisten übereinander nicht verschiebt, denn DAS fällt am Ende auf. Steckt diesen Bereich also am besten vorher mit zwei Nadeln fest.


Zusätzlich steppe ich dann die obere Bügelkante/Rockkante nocheinmal knappkantig ab, damit sich das Ganze nach der ersten Wäsche nicht rollt.


Zeit für das Gummiband! Meins ist 50cm lang - wobei hier weniger Spielraum bleibt, als bei dem Bündchen gestern, denn das Gummiband ist weniger leicht dehnbar und muß hier noch viele Rüschen aufnehmen - also bleibe ich nah bei meiner Messung von gestern und würde von weiterem Engerstellen an dieser Stelle abraten. Es ist 4cm breit - das ist meiner Tochter angenehmer als die feineren Gummibänder, da sich der Zug eben auf die größere Breite verteilt und zusätzlich verleiht es der Rockkante auch noch etwas Stand.

Das Gummiband wird mit einer Sicherheitsnadel eingezogen. Am anderen Ende habe ich zur Sicherheit auch eine befestigt, damit ich es wieder herausholen kann, sollte ich zu stark gezogen haben - Schaden macht klug ;-)
 Das Gummiband wird nach dem Einfädeln zur Runde geschlossen, ganz eingezogen, die Einfädelöffnung zugenäht und die Rüschen gleichmäßig verteilt. Dann bügele ich einmal mit Dampf über den oberen Abschluß, also die oberen 5cm und schon ist der Rock fertig!

Natürlich können beide Tutorials auch fröhlich kombiniert werden - die Hemdenbahnen sehen z.B. sicher auch mit einem farblich passenden Bündchen als Abschluß schön aus. Auch zweilagige längere Hemdenröcke stelle ich mir schön vor oder bunte Baumwollröckchen mit mehreren kurzen Lagen - ach, hätte ich doch mehr ZEIT! Aber meine ist nun abgelaufen - die Zwerge warten. Wenn Ihr etwas Schönes aus diesen und Euren Ideen gebaut habt, schickt mir doch Bilder - ich würde mich sehr freuen.